Tiefste Landstelle Deutschlands

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frische Luft
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Tiefste Landstelle Deutschlands

Beitrag von frische Luft »

Tiefste Landstelle Deutschlands
Quelle: https://www.nok-sh.de/fileadmin/downloa ... ressed.pdf

Eingebettet zwischen Elbe, Stör und Nord-Ostsee-Kanal liegt die Wilstermarsch, eine der ältesten Landschaften der
Westküste.


Deiche, Schleusen, Mühlen, Warften mit imposanten Reetdachhäusern und natürlich die Tiefste Landstelle Deutschlands sind typische Merkmale für das „Land unter dem Meeresspiegel“. Ein gut ausgeschildertes Radwegenetz und drei Themen-Radrouten erschließen die gesamte Wilstermarsch und führen Sie zu den sehenswertesten Plätzen zwischen
Elbe, Stör und NOK.
Die „Land unter Tour“ mit einer Länge von 38 km führt Sie beispielweise durch das flache, grüne Marschenland direkt zur Tiefsten Landstelle Deutschlands mit 3,54 m unter NN (Normalnull).

Hier geht es zur Beschreibung vom "Land-unter-Törn": https://www.holstein-tourismus.de/de/un ... 38-km.html

Postkarte von "bildundkarten.de" Aufnahme vom 05.03.2014
Postkarte von "bildundkarten.de" Aufnahme vom 05.03.2014
R.jpg (70.35 KiB) 3092 mal betrachtet
Ein 8 m hoher Holzpfahl dokumentiert die Sturmfluthöhen und wie hoch das Wasser ohne Entwässerung und den Schutz der Deiche stünde.
Auch der artesische Brunnen, bei dem das Wasser aus 25 m Tiefe nur durch Eigendruck in einen Holztrog fließt, ist ein
zauberhaftes Erlebnis für Groß und Klein.
Wer es lieber gemütlich mag, besucht die historische Kleinstadt Wilster oder gönnt sich einen ruhigen Nachmittag in einem der zahlreichen Cafés bei Cappuccino und Kuchen.
Zuletzt geändert von frische Luft am Do 11. Apr 2024, 09:09, insgesamt 2-mal geändert.
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frische Luft
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Re: Tiefste Landstelle Deutschlands

Beitrag von frische Luft »

:mrgreen: Der tiefste Punkt Deutschlands - ein norddeutscher Streit
Stand: 06.04.2024 06:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... le100.html

Bilder dazu sind im o.g. Link zu sehen !

Die offizielle "Tiefste Landstelle der Bundesrepublik Deutschland" liegt mit 3,54 Metern unter Normalnull in Schleswig-Holstein.
Doch obwohl die Zahl eindeutig ist, gab es darüber jahrelang Streit mit einem Dorf in Niedersachsen.


von Lisa Pandelaki

Nur ein Pfahl auf einem kleinen Parkplatz weist darauf hin, dass die Wiese von Bauer Albert Karstens nebenan mehr ist als irgendeine Wiese. Irgendwo hier bei Neuendorf-Sachsenbande (Kreis Steinburg) in der Wilstermarsch, zwischen saftigem Grün und grasenden Kühen, liegt der tiefste Landpunkt der Bundesrepublik Deutschland. Doch dass hier überhaupt nachgemessen wurde, ist Freepsum in der Gemeinde Krummhörn in Niedersachsen und Hermann-Josef Thoben zu verdanken. Krummhörn, weil die Gemeinde 1983 verkündet, die tiefste Stelle der Bundesrepublik liege in Niedersachsen. Und Thoben, weil er sich dafür stark macht, in der Wilstermarsch nachzumessen.

Niedersachsen kommt mit tiefster Stelle ins Buch der Rekorde
Die Wiese mit der tiefsten Landstelle aus Vogelperspektive.
Weil sich ohnehin nur seine Kühe daran gerieben hätten, steht kein Pfahl direkt an der Messstelle auf Bauer Karstens Wiese.
Denn wie tief es hier genau ist, weiß man damals noch nicht. 1986 sagt der damalige Altbürgermeister Richard Meiforth dem NDR: "An der Landstraße 135 [...] ist die tiefste Stelle. Das ist nun überliefert von Vater und Großvater, es ist immer gesagt worden." In Krummhörn in Niedersachsen weiß man allerdings genau, wie tief es ist: 2,30 Meter unter Normalnull. Weil der Titel bisher nicht vergeben ist, kommt die Gemeinde damit ins Guinnessbuch der Rekorde, stellt eine Hinweistafel auf und druckt Werbematerial. Darüber berichtet auch unter anderem die ADAC Motorwelt. Das liest der Itzehoer Hermann-Josef Thoben und bittet darum, den Irrtum zu korrigieren. Krummhörn denkt aber nicht daran.

Streit um die tiefste Stelle
Ein Schild, das den tiefsten Punkt Deutschlands markiert.
1983 stellt Freepsum in der Gemeinde Krummhörn in Niedersachsen ein Schild auf, um auf ihre tiefste Stelle hinzuweisen.
In der Dorfchronik Neuendorfs (seit 2003 Neuendorf-Sachsenbande) ist nachzulesen, dass die Fremdenverkehrsgesellschaft Ostfriesland eine eigene Definition der tiefsten Stelle aufstellt, die nur auf ihren Punkt zutrifft: eine seit 200 Jahren durchgehend landwirtschaftlich genutzte Fläche von mindestens 115 Hektar Größe und einer mittleren Geländelage von zwei Metern unter Normalnull. "Es ist daher verständlich, dass wir weiterhin und mit vollem Recht den Titel - Tiefster Punkt der BRD ist Freepsum mit 2,30 Meter unter Normalnull (NN) bzw. Meeresspiegel - führen", heißt es laut Dorfchronik in dem Schreiben. Desweiteren bittet man im Umkehrschluss Neuendorf die eigene Beschilderung abzubauen, um Missverständnisse zu vermeiden. "Es ist die tiefste zusammenhängende Fläche", erklärt eine Fremdenführerin in einem Bericht der Tagesthemen vor einem Schild in Krummhörn, das auf den tiefsten Punkt Deutschlands hinweist.

Das Bundesinnenministerium wird eingeschaltet
Mehrere Männer stehen nebeneinander.
In einem Beitrag in den Tagesthemen kommen Landwirte aus der Wilstermarsch zu dem Streit zu Wort.
Das will Neuendorf aber nicht auf sich sitzen lassen.
"Ein Punkt ist ja ein Punkt und keine Fläche", kommentiert ein Bauer aus der Wilstermarsch.
"Das ist ostfriesische Mathematik," sagt ein anderer.
"Es kann sich nur um einen ostfriesischen Witz handeln - einen neuen."
Neuendorf bittet das Katasteramt Itzehoe nachzumessen. Das Ergebnis: 3,54 Meter unter NN. Das vom damaligen Bürgermeister eingeschaltete Bundesinnenministerium verweist wegen einer Schlichtung aber auf das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein. Von da heißt es: Da keine Wertungskriterien für die tiefste Stelle festgelegt worden seien, könne man nichts machen. Die Vermessungs- und Katasterverwaltung Niedersachsens erhebt aber keinen Einspruch. So bekommt Neuendorf am 5. September 1988 die offizielle Bestätigung vom Innenministerium, dass hier der tiefste Punkt Deutschlands liegt.


Freepsum wirbt weiter mit der tiefsten Stelle
Nach einigem Hin und Her mit dem Straßenbauamt in Itzehoe, wie genau auf die Stelle hingewiesen werden darf, kauft die Gemeinde Neuendorf 1991 ein Stück Land neben der Wiese von Landwirt Albert Karstens, um darauf einen Rastplatz für Besucher der tiefsten Stelle einzurichten.
Erst seit 1998 dürfen auch Linien- und Reisebusse die Stelle anfahren.
Jedes Jahr tragen sich seitdem rund 1.000 Besucher in das Gästebuch der tiefsten Landstelle ein.

Freepsum wirbt derweil weiter damit, dass der tiefste Punkt Deutschlands bei ihnen liegt.
Es bleibt also ein Streit ohne Schlichtung.
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