Nord-Ostsee-Kanal: Negativ-Trend hält an - erneut weniger Schiffe

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frische Luft
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Nord-Ostsee-Kanal: Negativ-Trend hält an - erneut weniger Schiffe

Beitrag von frische Luft »

Nord-Ostsee-Kanal: Negativ-Trend hält an - erneut weniger Schiffe
Ein NDR-Nachrichten-Beitrag, Stand: 19.02.2026 14:26 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... k-118.html

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Auch 2025 sind weniger Schiffe mit weniger Ladung über den Nord-Ostsee-Kanal gefahren.
Dafür wurden die Schiffe laut aktueller Bilanz wieder größer.
Die Initiative Kiel-Canal kritisiert längere Fahrzeiten und eine teure Schlepperpflicht.


Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) spürt die Auswirkungen vom Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland auch im vergangenen Jahr.
Laut aktueller Bilanz der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sind im Jahr 2025 insgesamt 531 Schiffe und 1,849 Millionen Ladungstonnen auf Fahrten von und zu den russischen Häfen zurückzuführen.

2021 zählte die WSV noch 2.771 Schiffe, die 14,217 Millionen Ladungstonnen transportierten.

Weniger Schiffe - dafür größere Frachter
Insgesamt ist die Zahl der transportierten Ladungen auf dem NOK 2025 erneut gesunken (2025: 69,5 Millionen Tonnen Ladung, 2024: 75,6 Millionen Tonnen Ladung) - etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr.

Ein großes Containerschiff hat in der Schleuse in Brunsbüttel festgemacht.
Bild ist im o.g. link zu sehen.


2025 sind am Nord-Ostsee-Kanal rund sechs Millionen Tonnen Ladung weniger transportiert worden als im Vorjahr.
Über den NOK sind 2025 auch weniger Schiffe gefahren.
Es waren insgesamt fast 22.300 Schiffe (2024: 24.866 Schiffe) unterwegs - etwa zehn Prozent weniger als im Vorjahr.
"Die reine Anzahl der Schiffe ist für die Bilanz des NOK nicht relevant, denn kleine Schiffe transportieren weniger Ladung", so Böschen weiter.
Die rechnerische Durchschnittsgröße der Schiffe auf dem NOK ist demnach erneut angestiegen.

WSV: Rückgang liegt an Sanktionen gegen Russland
"Vor dem Hintergrund vor allem der eingebrochenen Russland-Verkehre sind rund 69,5 Millionen transportierte Ladungstonnen ein respektables Ergebnis für den Nord-Ostsee-Kanal", sagt Heiko Böschen, Leiter der Unterabteilung Seeschifffahrt in der Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt.

Mittlerweile nehmen auch immer mehr Schiffe den längeren Weg über Skagen, sagt Böschen.
Der Nord-Ostsee-Kanal sei aber weiterhin strategisch wichtig.
Trotzdem rechnet er damit, dass die Schiffs- und Ladungszahlen auch in diesem Jahr wieder zurückgehen werden.

Hohe Investitionen in den Kanal
Der Bund investiert seit mehr als 15 Jahren kräftig in die künstliche Wasserstraße.
Auch 2025 Euro wurden 246 Millionen Euro in den Nord-Ostsee-Kanal investiert:
"Das ist erneut eine beachtliche Summe - die zweithöchste in den vergangenen Jahrzehnten", erklärt Martin Boll, Leiter des Dezernats Management Küste in der Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt.

Die Mittel fließen beispielsweise in den Bau einer dritten großen Schleusenkammer und den Neubau eines Torinstandsetzungsdocks in Brunsbüttel und den Ersatzneubau der Levensauer Hochbrücke.

Oststrecke: Engstelle müsse schnell ausgebaut werden
Auch in den Ausbau der Oststrecke des Kanals wird investiert - der erste Streckenabschnitt wurde im vergangenen Jahr eröffnet.
Die Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel ist eine Engstelle des Kanals, in der große Schiffe bei entgegenkommendem Verkehr in sogenannte Kanalweichen fahren müssen.

Die Initiative Kiel-Canal fordert einen zeitnahen Beginns des zweiten Bauabschnitts der Oststreckenerweiterung - insgesamt sei ein verbindlicher Ausbaupfad notwendig, sagt der Vorsitzende der Initiative, Jens B. Knudsen.

Vertiefung und Schlepperannahmepflicht: Initiative fordert Trendwende
Vor dem Hintergrund der sinkenden Schiffspassagen fordert die Initiative zudem eine Vertiefung des NOK um mindestens einen Meter. Sorgen bereitet der Initiative auch die Personalsituation.
"Die operativen Bereiche der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter müssen gestärkt werden, statt weiter Stellen abzubauen", ergänzt Knudsen.

Aus Sicht von Knudsen gibt es auch Verbesserungsbedarf bei der Kostenverteilung der Schlepperannahmepflicht während Bau- und Reparaturphasen:
"Diese Pflicht betrifft jeweils das erste einlaufende Schiff und dient dazu, das in dieser Phase einzig verbleibende funktionsfähige Schleusentor vor möglichen Schäden zu schützen."
Das Ziel sei nachvollziehbar, jedoch nicht sachgerecht, wenn einzelne Schiffe allein aufgrund ihrer Reihenfolge mit erheblichen Zusatzkosten belastet werden, warnt Knudsen.

Längere Fahrzeiten unattraktiv für Reeder
Seit 2023 gilt Tempo 12 für Schiffe auf dem Kanal.
Zuvor durften etwas kleinere Containerschiffe noch Tempo 15 fahren.
Durch das Langsamfahrverbot dauert eine Passage von Kiel nach Brunsbüttel und umgekehrt etwas länger.
Laut Knudsen führten längere Transitzeiten zu höheren Gesamtkosten.
Das schwäche die Wettbewerbsfähigkeit des NOK, so die Initiative.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise :D ... AN DIE KÜSTE

Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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