Nordfriesen beim Ultra-Radrennen: In Rekordzeit durch die USA

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frische Luft
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Nordfriesen beim Ultra-Radrennen: In Rekordzeit durch die USA

Beitrag von frische Luft »

Nordfriesen beim Ultra-Radrennen: In Rekordzeit durch die USA
Ein NDR-HOME-Nachrichten-Beitrag, Stand: 14.06.2024 05:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/home/schleswig-holst ... ca104.html

Im o.g. LINK ist noch ein VIDEO (3Min) zu sehen !

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BILD und TEXT-KOPIE:


Einfach nach 5.000 Kilometern ins Ziel kommen, das wäre den Ultra-Radfahrern aus Enge-Sande in Nordfriesland nicht genug. Sie wollen den Rekord beim "Race across America" brechen. Das Rennen gilt als eines der härtesten der Welt. Die Strecke führt vom Pazifik im Westen bis an den Atlantik im Osten, durch Wüsten und über die Rocky Mountains.


von Jochen Dominicus

Dass die junge Ultra-Cycling-Radsparte des SV Enge Sande zu extremen Leistungen im Stande ist, hat sie bereits mehrfach seit ihrer Gründung vor fünf Jahren gezeigt.
2019 stellte sie den Streckenrekord beim "Race across Germany" auf: 1.100 Kilometer fuhren die Radler damals von Flensburg nach Garmisch.
2022 gab es dann den Streckenrekord beim "Race across Europe". Hier legte das Team 4.721 Kilometer in sechs Ländern zurück und kam als erstes ins Ziel.
Jetzt möchten die Schleswig-Holsteiner den nächsten Rekord brechen.
Der Plan ist, das wohl härteste Ultra-Radrennen der Welt, das "Race across America", in der Kategorie mit acht Fahrern gewinnen.


Fast 5.000 Kilometer in fünfeinhalb Tagen
5.000 Kilometer durch Amerika, von Oceanside (Kalifornien) im Westen nach Atlantic City im Osten - in nur fünfeinhalb Tagen.
Rund 360 Fahrer aus der ganzen Welt nehmen daran teil.
Etwa die Hälfte wird das Ziel nicht erreichen, so die Erfahrung der vergangenen Jahre.
"Wir hoffen auf viel Wind aus Westen, sodass wir den immer schön im Nacken haben", so Sören Söncksen.


Die Strecke hat es in sich. Von Kalifornien geht es durch die Wüste von Arizona, später kommen die Rocky Mountains mit bis zu 3.000 Meter hohen Pässen.
"Klingt komisch, aber mir macht das einfach unglaublich Spaß, zu schauen, zu was mein Körper fähig ist", sagt Hannes-Anke Schmidt, einer der Fahrer, die sich monatelang in Nordfriesland fit gemacht haben für das Abenteuer USA.


"Alles muss genau geplant sein."
Sören Söncksen, Teamleiter
Renn-Fahrräder kosten bis zu 20.000 Euro

Die Vorbereitung begann vor einem Jahr, erzählt Teamleiter Sören Söncksen.
"Da steckt ein enormer logistischer Aufwand dahinter, alles muss genau geplant sein”, sagt er.
"Es darf vor allem nichts dazwischenkommen.
Das Schlimmste wäre ein Fahrradunfall.
Aber auch ein Autoausfall wäre eine Katastrophe", so Söncksen.


Die Rennmaschinen kosten zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Stück, sind gut in den USA angekommen und werden vor dem Rennen noch einmal beim Probefahren getestet.
Am Dienstag fuhren das Fahrer-Team und ein sechsköpfiger Betreuerstab los zum Hamburger Flughafen.
Von dort ging es rüber in die USA.


Eine Gruppe von Radfahrern stehen mit ihrem Rädern für ein Gruppenfoto auf einem Parkplatz © Sören Sönksen Foto: Sören Sönksen
BILD befindet sich im Link der Quelle !

Mit einer ausgefeilten Taktik soll es in etwas mehr als fünf Tagen vom Pazifik an den Atlantik in Rekordzeit gehen.
Geschlafen wird in zwei vor Ort angemieteten Wohnmobilen.
Dazu kommen zwei Begleitfahrzeuge mit Material, Nahrung, Wasser, Medizin.
Das Ultracycling Team des SV Enge-Sande" rechnet für das Rennen mit Gesamtkosten von 90.000 Euro.
Rund 50.000 Euro haben sie durch Firmen und Spenden eingesammelt.
Den Rest bezahlen die Fahrer aus eigener Tasche.

Bis zu 50 Grad in den USA
Neben der Planung der Logistik haben alle natürlich auch monatelanges Training in den Knochen.
Da alle Fahrer keine Vollprofis, sondern berufstätig sind, haben sie sich meist am Wochenende in Nordfriesland getroffen und Hunderte Kilometer im Training an der Nordsee abgespult.
Auch ein Trainingslager auf Mallorca gab es.

Fahrer Thomas Schneidereit nutzte zusätzlich die Abendstunden zur optimalen Vorbereitung.
"Ich bereite mich auch vor, indem ich zum Beispiel auch mal um 21 Uhr drei Stunden auf die Rolle gehe."
Gefahren wird in den USA rund um die Uhr.


Was als Idee einer kleinen Gruppe angefangen hat, zieht mittlerweile teilweise über 100 Radfahrerinnen und -fahrer an.
15 Minuten am Stück Vollgas - 14 Mal am Tag
Und so ist der taktische Plan:
Jeder Fahrer fährt so schnell er kann 15 Minuten am Stück, dann wird er durch einen frischen Fahrer getauscht, der wiederum 15 Minuten fährt.
In einer Stunde sind es also immer vier Fahrer, die sich abwechseln.
Und das 14 Stunden lang, bis das andere Viererteam, das in der Zeit mit dem Wohnmobil und Teamwagen zum nächsten Wechselpunkt vorfährt, übernimmt und dann selbst 14 Stunden fährt.


Jeder Fahrer muss pro Tag also 14 Mal in 14 Stunden 15 Minuten Vollgas geben, dann hat er Pause.
Zeit, um sich zu erholen und zu schlafen.
Neben den acht Fahrern sind sechs Betreuerinnen und Betreuer in den USA dabei.


"Wir sind ja noch die Normalen unter den Verrückten."
Sören Söncksen, Teamleiter
Extreme Hitze ist zusätzliche Herausforderung

"Es gibt ja noch Leute, die machen das alleine oder in Zweier-Teams.
Wir machen es im Achter-Team!"
Es ist unter anderem die Hitze, die den Fahrern zu schaffen machen könnte.
Aktuell werden aus dem Death Valley in Kalifornien fast 50 Grad Celsius gemeldet.
Auch die Appalachen sind herausfordernd.
Die Luftfeuchtigkeit ist dort meist sehr hoch, wodurch die Fahrer Probleme mit dem Kühlungseffekt durch Schweiß und Verdunstungskälte bekommen können.

"Wir werden fahren, die Temperaturen sind kein Hindernis für uns", so Sören Söncksen nach der Ankunft in den USA.
Heute wollen sie noch mal eine gemeinsame Trainingsfahrt durchführen und ihr Material testen.
Wenn alles gut geht, werden sie dann am 21. Juni ins Ziel an der Ostküste fahren.
Vielleicht in Rekordzeit.[/color]
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Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise :D ... AN DIE KÜSTE

Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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